Düsseldorf 1999
Düsseldorf - ALTSTADT! Ziel unserer Jungschützenfahrt 1999.

Wie immer ging es am Samstag morgen bei Grunwald's los, und unser erstes Ziel war die Mittagspause auf dem Prickingshof bei "Bauer Ewald"!
Dort präsentierte sich uns eine echt coole Underground-Szene mit ganzen Busladungen voller Rentnern und Schnitzeln aus ganzen Tieren.
Doch nicht mal dieses Größe reichte einigen Leuten zum satt werden, und so betätigte sich J.M. als Resteverwerter und vertilgte die Schnitzel der Jungschützen, die nur einen normalen Appetit hatten, gleich mit!
Währenddessen verdingte sich unser Kassierer M.M. als "Klomann" und forderte verwirrte Rentner mit den Worten "Pissen 'ne Mark!" zu einer Spende für den SV Westrup auf...und das sogar mit Erfolg!
Danach ging es dann direkt zu unserem Hotel in Düsseldorf, von dem unsere Jungs noch heute schwärmen:
Sauber, gut eingerichtet, tolerantes Personal (für uns immer dringend vonnöten...), Innenstadtlage, Fickel-TV (auch nicht unwichtig), und ein solides Frühstück - und dass alles für gut hundert Mark pro Doppelzimmer! Einfach Top!
Weniger überzeugend war dann leider die Kneipe, die die Organisatoren B.R. und U.H. (meiner einer!) bereits im Vorfeld bei einer Stippvisite in Düsseldorf aufgetan hatten: Wir hatten auf fünf Uhr einen Tisch reserviert und der Geschäftsführerin mitgeteilt, sie solle sich doch mal melden, wenn wir so siebenhundert Mark versoffen hätten..
Doch es kam anders: Fünf vor Fünf waren wir in der Kneipe und um Punkt fünf wieder draußen, nachdem wir eine Rechnung von gerade mal 70 Mark beglichen hatten - Wir waren quasi kollektiv rausgeflogen, obwohl wir uns meiner Meinung nach wirklich am Riemen gerissen hatten.
Für alle zukünftigen Düsseldorf-Touristen: Die Kneipe war das Stammhaus der Brauerei FRANKENHEIM - bitte nicht besuchen!
"Was tun mit dem ganzen Geld?" war nun die zentrale Frage! Man suchte sich einfach das "Oberbayern" in der Altstadt und orderte das Bier gleich Faßweise. Dies war für die Organisatoren besonders unangenehm, da diese sich beim nachbestellen eines Fasses immer wieder dem Ausgang nähern mussten, wo sie feststellen konnten, das es trotz ihrem sich der Bewusstlosigkeit nähernden Zustandes draußen immer noch ziemlich hell (ca. 18:00 Uhr) war - Scheiße!!
Der exzessive Alkoholkonsum führte denn auch schließlich zu verzweifelten Fluchversuchen: Ich für meine Person meinte irgendwann zu B.R. es sei jetzt wohl genug, ich sei übelst breit und müsse nach Hause!
Da Taxis unnötig und teuer sind, benutzte ich meinen überragenden Orientierungssinn und wanderte etwa zwei Kilometer durch strömenden Regen, ohne auch nur annähernd unser Hotel zu finden...
Mühevoll konstruierte ich den Rückweg und durfte dann vorm Oberbayern mich noch mit einem Türsteher auseinandersetzen, der meinte das Lokal (und wohl auch ich!) seien überfüllt, er könne mich nicht hereinlassen...BESTEN DANK! Nach längerem Flehen hatte ich jedoch sein Herz erweicht und konnte mich unter zynischen Sprüchen wieder in die Arme meiner geliebten Schützenbrüder fallen lassen...
Doch es gab durchaus noch weitere Ausfälle wie z.B. J.M., der sich ebenfalls allein auf den Heimweg machte und nach dem Genuß von echt französischen Champignons meinte, er müsse einen Düsseldorfer U-Bahn-Führer auf französisch dazu auffordern, ihn mit der U-Bahn direkt in seinem Hotelzimmer abzusetzen - da könne er doch wohl mal gerade hineinfahren!
Am Sonntagmorgen ging es dann unter höchsten Zeitdruck auf den Düsseldorfer Fernsehturm, um sich die Schandtaten der vergangenen Nacht noch einmal aus der Distanz zu betrachten...
Danach folgte eine Rheinfahrt per Schiff, die allerdings nicht alle Jungschützen genießen durften, da sich einige unserer Jungs mal wieder nicht rechtzeitig von der Pommesbude trennen konnten - sie winkten uns dann allerdings ganz freundlich vom Ufer aus zu..
Auf der Rückfahrt, nachdem alle ihre Fernseh- und sonstigen Rechnungen im Hotel bezahlt hatten ("hier Gerrit, 10 Mark für letzte Nacht - es war echt gut mit Dir!") beschloss man dann spontan doch noch am Vergleichsschießen in Reiningen teilzunehmen!
Heraus kam eine für unseren Zustand ("Los jetzt! Wer erkennt noch die Scheibe?") sehr gute Plazierung und ein legendärer Strip durch oben erwähnten J.M.!
Noch Wochen später skandierten die begeisterten Reininger Frauen bei seinem Anblick "AUSZIEHEN, AUSZIEHEN!"

Fotos:
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